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Definition "Naturgarten"



Ein "Naturgarten", den man vielleicht auch mit "naturnah angelegt" bezeichnen könnte, ist ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere, bei dessen Anlegung und Pflege der Gedanke des Umwelt- und Naturschutzes weitaus stärker berücksichtigt wird, als dies im "herkömmlichen Garten" der Fall ist. In einem naturnah angelegten Garten geht es also darum, der natürlichen Situation in freier Natur mit der Anlage von Lebensräumen, so genannten Kleinbiotopen, möglichst so nahe zu kommen, dass dieser Garten auch von vielen Tierarten als neuer Lebensraum angenommen wird. Es werden also gezielt und kreativ Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt angelegt, die in der intensiv genutzten Kulturlandschaft in ihrem Bestand bedroht sind. Hierbei ist der Naturschutzgedanke eng mit einer Verbesserung des Wohnumfeldes und der Lebensqualität der Menschen im besiedelten Bereich verknüpft.

Als wünschenswerte Bestandteile eines Naturgartens lassen sich hierbei exemplarisch "heimische", also ortstypische Bäume, Sträucher (Wildgehölze, Wildhecken etc.) und krautartige Pflanzen (Stauden) nennen. Ein artenreiches Angebot an nektarreichen Blumen, samentragenden Wildgräsern und beerentragenden Laubgehölzen ermöglicht es den Tieren hierbei, im Frühjahr Nist- und Brutmöglichkeiten und auch im Winter ausreichend Nahrung zu finden. Im Garten sollten deshalb zu allen Jahreszeiten nektarreiche Blumen blühen.
Das Laub bleibt in Naturgärten im Herbst unter den Büschen und Bäumen liegen. Darin sammeln und verstecken sich Insekten und andere Kleintiere, die wiederum Nahrung für andere Tiere sind.
Kleinbiotope wie Wasserteiche, Steinhaufen, Trockenmauern, Baumstümpfe, Baumstubben und Nist- und Bruthilfen wie Nistkästen, Totholzhaufen, Reiserzäune, "Benjes-Hecken", Bienenbretter und Fledermauskästen erleichtern den Tieren ihr Brut- und Aufzuchtsgeschäft. Die Beobachtungsmöglichkeiten für den Naturgarten-Freund sind vielfältig und entschädigen ihn dadurch für so manche Stunde Arbeit.

Eine Bodenbedeckung durch Mulch (also kein offener Boden), Fassadenbegrünung, Rankgewächse an Pergolen und eine Dachbepflanzung als Ökodach gehören in einen Naturgarten ebenso wie eine Mehrkammer-Kompostanlage und eine Regenwassertonne. Weiterhin sind Wälle, Anhöhen, Mulden, Trockenzonen, Feuchtzonen, Sonnen- und Schattenbereiche auf der einen Seite ausgezeichnete Gestaltungsmöglichkeiten und schaffen auf der anderen Seite die Bedingungen, die in einen abwechslungs- und artenreichen Naturgarten hineingehören.

Nicht zu den Naturgärten zählen Blumengärten, Gemüsegärten und historische Gärten, deren Teilnahme an diesem Wettbewerb somit nicht möglich ist.